Work and Travel in Kroatien
Work and Travel - für junge Leute, eine gute und zugleich günstige Art, die Welt kennen zu lernen. Für unsereins leider keine Alternative, wir sind für sowas zu alt. So ist offenbar die gängige Einschätzung. Junge Leute erfahren günstige Bedingungen in Form geeigneter VISA oder auch günstiger Versicherungen. Ab einem gewissen Alter ist einem der Zugang zu diesen Dingen verschlossen. Wir sind schon deutlich älter als 30 Jahre, nach amtlicher Einschätzung scheint das erklärte Ziel für unsereins nicht mehr erstrebenswert zu sein. Der Original Text sagt: Zweck dieser Reisen ist das Kennenlernen eines Landes, seiner Kultur sowie der Sprache.

Menschen die sich im letzten Drittel oder gar Viertel des Lebens befinden, ist somit die Chance verwehrt, sich weiterzuentwickeln. Fakt ist, dass kaum einer von uns in jungen Jahren eine solche Chance hatte. Fakt ist weiter, dass zahlreiche ältere Menschen keine ausreichenden Mittel zur Verfügung haben, um sich einen solchen Aufenthalt zu finanzieren. Ganz abgesehen davon, werden einem die notwendigen Aufenthaltstitel verwehrt. Die Tatsache, dass zahlreiche Menschen auch im fortgeschrittenen Alter leistungsfähig und leistungswillig sind, wird dabei geflissentlich übersehen.

Das alles beeindruckt uns wenig, wir machen uns auf den Weg, Arbeit wartet auf uns. In Kroatien, genau gesagt bei Senj, wird ein neuer Windpark gebau. Die neuen Mühlen werden mit besonders widerstandsfähigen Rotorblättern ausgestattet, die dem Bora trotzen, der manch anderes Rotorblatt schon zu Boden gezwungen hat.

Hier ist unser Platz für die nächsten Wochen. Unser Wohnmobil, das nicht nur zum Schlafen, sondern auch als mobiles Büro dient, hat hier seine Heimat.

Man steht in der freien Natur, direkt bei einem Windrad, das bereits seit nahezu zwanzig Jahren in Betrieb ist. Den Strom für den Laptop und das Laden der Batterie für die Drohne, beziehen wir mittels Kabel direkt von der Mühle. Frischeren Strom bezieht keiner!

Und unser Arbeitsplatz liegt in direkter Nachbarschaft. Die Kernaufgabe lautet: Sämtliche Rotorblätter auf etwaige Schäden zu untersuchen, insgesamt 21 Stück. Die haben nämlich eine anstrengende Reise hinter sich. Produziert in Izmir, Türkei, reisten sie zunächst per Schiff nach Rijeka, Kroatien. Von dort per LKW zu den vorgesehenen Standorten der neuen Windräder.

An Wochentagen genießen wir den Sonnenuntergang oben auf dem Berg, quasi neben 'unserer' Mühle. Die Wochenenden verbringen wir am liebsten am Meer.